Populismus auf Social Media: Warum es nur so scheint, als wären sie überall
Du bist nicht allein
Vielleicht kennst du das Gefühl auch: Du scrollst durch TikTok, Instagram oder X und hast den Eindruck, dass Personen, die Hetze verbreiten oder falsche Behauptungen aufstellen, in der Mehrheit sind. Aber lass dir versichern: Dieser Eindruck täuscht!
🔊 Die laute Minderheit
Eine kleine, aber sehr aktive Gruppe produziert den Großteil der Inhalte, den du auf Social Media siehst. Eine Studie fand heraus, dass auf TikTok in den USA nur 25 % der erwachsenen Nutzer:innen für 98 % aller Videos verantwortlich sind.1
Warum populistische Inhalte so präsent erscheinen:
Populismus (von lat. populus "Volk") vereinfacht komplexe Sachverhalte stark und stellt die Realität verkürzt dar. Er behauptet, dass die "Eliten" das "Volk" betrügen. Durch diese einseitige Sichtweise und das Denken in Gegensätzen polarisiert der Populismus die politische Debatte. Dies kann den demokratischen Meinungsaustausch erheblich erschweren oder sogar unmöglich machen.2
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Emotionale Ansprache
Populistische Beiträge sprechen oft starke Gefühle wie Wut oder Angst an. Diese emotionalen Inhalte verbreiten sich schneller und werden häufiger geteilt.
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Vereinfachung komplexer Themen
Populisten reduzieren komplizierte Sachverhalte auf einfache Botschaften. Dies macht ihre Inhalte leichter verständlich und teilbar.
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Algorithmen bevorzugen kontroverse Inhalte
Social-Media-Plattformen belohnen Beiträge, die viele Reaktionen hervorrufen. Populistische Inhalte erfüllen dieses Kriterium oft besonders gut.
Was du dagegen tun kannst:
🧠
Bewusst konsumieren
Denk daran: Was du siehst, ist nicht repräsentativ für die gesamte Gesellschaft. Hinterfrage, warum dir bestimmte Inhalte angezeigt werden.
🌈
Vielfalt suchen
Folge bewusst verschiedenen Meinungen und Quellen. So erweiterst du deinen Horizont und durchbrichst Echokammern.
💬
Sachlich diskutieren
Wenn du auf Fehlinformationen stößt, reagiere ruhig und faktenbasiert.
🤝
Offline-Gespräche führen
Tausche dich auch im echten Leben mit Menschen aus. Oft sind Diskussionen von Angesicht zu Angesicht konstruktiver als online.
Wenn du nicht kommentieren möchtest:
Es ist völlig verständlich, wenn du dich nicht wohl dabei fühlst, öffentlich zu kommentieren. Viele Menschen zögern aus verschiedenen Gründen, sich direkt an Online-Diskussionen zu beteiligen. Das ist absolut in Ordnung! Es gibt andere Wege, wie du einen positiven Einfluss haben kannst.
Alternative Möglichkeiten, sich zu engagieren:
👩💻 Erstelle einen separaten Account
Du kannst dir einen weiteren Account erstellen. Berücksichtige dabei die Nutzungsbedingungen der Plattform, die du nutzt.
👍 Like gute Inhalte
Durch das Liken von fundierten, sachlichen Beiträgen hilfst du, diese sichtbarer zu machen. Algorithmen bevorzugen oft Inhalte mit vielen Interaktionen.
🔄 Teile wertvolle Beiträge
Wenn du auf gut recherchierte, ausgewogene Inhalte stößt, teile sie in deinem Netzwerk. So verbreitest du qualitativ hochwertige Informationen, ohne selbst kommentieren zu müssen.
📩 Privat Nachrichten senden
Wenn du jemanden kennst, der Fehlinformationen teilt, kannst du ihm privat eine freundliche Nachricht mit korrekten Informationen senden.
🧠 Informiere dich weiter
Je mehr du über ein Thema weißt, desto besser kannst du Fehlinformationen erkennen – auch wenn du nicht öffentlich darauf reagierst.
💡 Inspiriere dein Umfeld
Sprich im realen Leben mit Freunden und Familie über die Wichtigkeit von Medienkompetenz und kritischem Denken.
Weiterführende Links
»Was ist ist Populismus?« - bpb (Bundeszentrum für politische Bildung)
»Im Internet nimmt man die Welt manchmal gespaltener wahr, als sie wirklich ist« - Spiegel
»In der Echokammer: Freiheit in den sozialen Medien ist eine Illusion: Algorithmen geben vor, welche Inhalte die Nutzer und Nutzerinnen lesen« - Max-Planck-Gesellschaft
»Individuelle Meinungsbildung und -äußerung auf sozialen Medien« - bpb (Bundeszentrum für politische Bildung)
»Populismus als Strategie: Mechanismen von Vereinfachungen und falschen Aussagen« - Hans Böckler Stiftung